Addie Wagenknecht ist eine US-amerikanische Künstlerin, die sich in ihrer Arbeit mit Technologie, Überwachung und den gesellschaftlichen Machtstrukturen dahinter beschäftigt. In New York wird sie von der bitforms gallery vertreten, ihre Arbeiten wurden unter anderem im Museum of Modern Art (MoMA) und im Whitney Museum of American Art gezeigt.
Eine Hand voller Überwachungskameras, verwoben mit DSL-Internetkabeln, zu einer Form gebogen, die an etwas Organisches erinnert – fast zärtlich, fast bedrohlich. “Asymmetric Love” nimmt die Werkzeuge digitaler Überwachung und verwandelt sie in eine Skulptur, die genau die Frage stellt, die der Titel schon andeutet: Was bedeutet es, beobachtet zu werden, während man zugleich versucht, Nähe herzustellen?
Die Materialwahl ist bei Wagenknecht nie Zufall. Kameras, die eigentlich dazu gedacht sind, zu kontrollieren und zu dokumentieren, werden hier zu einem Objekt, das selbst betrachtet werden will – eine Umkehrung, die typisch ist für ihre künstlerische Praxis. Aus Stahl, Überwachungskameras und Internetkabel entsteht so kein kaltes Technologie-Statement, sondern ein Werk mit einer fast menschlichen Präsenz: asymmetrisch, verletzlich, eindringlich.
“Asymmetric Love” wurde 2025 im Rahmen der Ausstellung “Truth Social” in der Galerie am Lindenplatz gezeigt, bevor es seinen Weg zu curious fand – wo es als Teil von “Human Prompt” erneut die Frage aufwirft, wer hier eigentlich wen beobachtet: wir die Maschine, oder die Maschine uns.